HFB Unterwagen - Bausatz Montageanleitung |
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Passend für den WEM Mannschaftswagen in 1:13,3 (weitere Modelle
in Planung) wie er von mir im Rahmen der Lasergang
entwickelt wurde und nun bei Harald Brosch
erhältlich ist, wurde ein Bausatz entwickelt, diesen auch auf
"richtige Füße stellen zu können. Es handelt sich
hierbei um die typischen Unterwagen mit 750 mm Achsabstand, wie
sie bei vielen Heeresfeldbahnwagen (Personenwagen,
Brigadewagen,...) u. a. vierachsigen Feld- und Waldbahnwagen als
"Standard-Unterwagen eingesetzt wurden. Anderso fanden
diese später auch als Drehschemmelwagen für den
Langholztransport Verwendung oder dienten als Basis für
zweiachsige Feldbahnwagen.
Dieser Bausatz richtet sich somit nicht nur an Besitzer
entsprechender Wagenbausätze von der Lasergang, sondern auch an
den kreativen Bastler, der diese Unterwagen/Loren individuell
ausgestattet in seinen Fuhrpark einreihen möchte.
Einige der dem Bausatz beiliegenden Teile sind somit keine
"Pflichtteile, je nach Vorbild oder Verwendungszweck
kann eine Montage dieser entfallen. Der Bausatz wurde so
konzipiert, dass die Ausrüstung mit 2. Puffer oder Kuppelbaum,
funktionierender Handbremse, etc. dem geneigten Bastler selbst
überlassen bleibt.
Der Bausatz enthält alle für den Zusammenbau als
"üblichen" Heeresfeldbahnunterwagen notwendigen
Messingätzteile, Weißmetallteile Schrauben und Muttern für
zwei Unterwagen. Nicht enthalten sind Werkzeuge und Hilfsmittel,
die Räder, sowie Teile oder Materialien aller optional denkbaren
Ausstattungen (Holzbretter, Auflagegummis, Kugellager als
Radlager,...). An gegebener Stelle wird darauf eingegangen,
sofern derartige Optionen bereits vorgesehen sind.
An Werkzeug wird elementare Heimwerkergrundausstattung (Dremel,
Schlüsselfeilen, Winkel,...) vorausgesetzt. Weichlöten mit
Flamme und etwas Übung darin ist nicht zwingend Vorraussetzung
aber "wärmstens" zu empfehlen! Als "Besonderheit" wird darüber
hinaus ein Innensechskantschraubendreher SW 2 für die M 1,2
Modellschrauben und Muttern benötigt.
Die folgende Anleitung beschreibt den Zusammenbau eines
Unterwagens, in einem separaten Teil folgt die Montage des
Zurüstsatzes für eine funktionstüchtige Handbremse (in
Vorbereitung).
Los gehts!'
Die beiden 0,8mm dicken Ätzbleche enthalten jeweils für einen
Unterwagen die äußeren Rahmenlängsträger (1), Pufferbohlen
(2), Querträger (3), Tritte (4), Pufferkorb (5), innerer
Pufferhalter (6) sowie die Hängeeisen (7) für die optionale
Bremse:

Das dünne Ätzblech beinhaltet die Kleinteile für
zwei Unterwagen: innere Längsträger (8),
Federpaketaufhängungen (9) und ~Anschläge (10), Halterungen
für die Bühnengeländer (11), Fangeisen (12) und
Befestigungsleisten (13 und 14):

Diese Teile werden zunächst an den Stegen mittels Dremel o. ä.
sauber aus dem Blech herausgetrennt (bitte nicht einfach so
herausbrechen oder ~schneiden, das geht unter Umständen schief!)
und an den Einzelteilen werden die Kanten versäubert und
gebrochen. Der Lack wird mittels Spiritus entfernt.
Dann werden die äußeren Rahmenlängsträger (1), welche
gleichzeitig die Achslagerbleche beinhalten, die Pufferbohlen
(2), der Querträger(3) und die inneren Längsträger (8)
entsprechend der folgenden Abbildung gebogen. An den Biegekanten
sind die Ätzteile zum Zwecke des einfacheren exakten Biegens
angeätzt (einseitig innen liegend; bei kurzen Biegekanten
teilweise auch außen liegend. Bitte anhand der Fotos
orientieren!). Das gleichmäßige(!) Biegen über die gesamte
Breite geht mit gutem Willen in einem breiten Schraubstock, eine
kleine Abkantbank ist jedoch von Vorteil. Achten Sie bei den
entstehenden Profilen unbedingt auf die Einhaltung rechter
Winkel.

Nun werden die beiden äußeren Rahmenlängsträger (1) mit dem
Querträger (3) gefühlvoll mittels Schrauben und Muttern M 1,2
verschraubt (noch nicht festziehen). Dann werden die inneren
Längsträger (8) durch den Querträger (3) hindurch gesteckt und
die Pufferbohlen (2) an den Stirnseiten aufgesteckt. Dabei ist
darauf zu achten, dass die Pufferbohle mit den 4 Schlitzen auf
der Seite der Rahmenlängsträger angebracht wird, wo sich in
diesen auf der Oberseite jeweils 4 Löcher befinden
(Bühnenseite) (A).
Sollten Sie sich dazu entschließen, den Unterwagen später mit
Bremsfunktion auszustatten, so sind an der hinteren Pufferbohle
die Verbindungswinkel zum Rahmenlängsträger soweit zu
verkürzen, dass in diesem das letzte Loch zur Aufnahme einer
Schraube M1,2 (SW 2) ausreichend frei gelegt wird (B).

Anschließend werden mittels zwei Gewindestangen M8,
Unterlegscheiben und Muttern die Rahmenlängsträger (1)
ausgerichtet. Hierbei ist es wichtig, dass diese Arbeiten mit
Sorgfalt durchgeführt werden. Die doppelten Lagen der
Achslagerbleche sollten deckungsgleich übereinander liegen und
fest zusammen gespannt sein; die Rahmenlängsträger (1) in allen
Dimensionen parallel zueinander und die Pufferbohlen (2) genau
rechtwinklig angeordnet sein. Ein einmal verzogener Rahmen lässt
sich nach dem Löten nur schwerlich richten. Der Parallelabstand
der Rahmenlängsträger (1) sollte innen gemessen ca. 63 mm
betragen.

Die der Montagehilfe dienenden Gewindestangen sind nicht
Bestandteil des Bausatzes, andere Hilfsmittel sind ebenfalls
denkbar. Denjenigen, die eine größere Anzahl an Unterwagen
montieren wollen, ist der Bau einer Lötlehre durchaus anzuraten.
Diese könne recht einfach nach folgendem Beispiel angefertigt
werden.

Nun werden auch die 8 Verschraubungen am Querträger (3)
gefühlvoll festgezogen und die Rahmenteile und Träger können
endlich miteinander verlötet werden. Dabei sollten die Gewinde
der Schrauben vor Lötzinn verschont werden, da diese evtl.
später noch einmal gelöst werden müssen.
Die doppelt übereinander liegenden Achslagerbleche sollten
seitlich mit etwas Lötzinn bedacht werden. Durch die
Kapillarwirkung gelangt genügend davon zwischen die Lagen, so
dass auch diese flächig miteinander verlötet sind und später
nicht auseinander klaffen.
Spätestens jetzt müssen mittels Zange die restlichen Kleinteile
in Form gebogen werden:

Die Halter (9) und Anschläge (10) der Federpakete und die Ösen
des Bühnengeländers (11) kommen als nächstes dran. Um die
Federpakethalter (9) genau über den entsprechenden Löchern der
Rahmenlängsträger (1) zu plazieren, kann ggf. ein leichter
Nagel o. ä. zur leichteren Justage hindurch gesteckt werden. Die
Anschläge (10) sollten so in V-Form gebogen sein, daß sie genau
zwischen die Achslagerbleche passen. Das Anlöten der Kleinteile
sollte zügig und "herzhaft" erfolgen, damit bereits
angelötete Bauteile sich nicht unnötig lösen und dadurch
verrutschen können.

Die Pufferkörbe (5) werden im nächsten Schritt angeschraubt
(bei Bedarf auf beiden Seiten) und der innere Pufferhalter (6)
ca. 25 mm vor der Pufferbohle in der "Pufferachse"
fluchtend eingelötet. Nach dem Entfernen aller Montagehilfen,
sollte der Unterwagen jetzt auf ebener Unterlage ohne auffällig
zu Kippeln stehen. Anschließend wird noch einmal alles
verschliffen und grob überschüssiges Lötzinn mechanisch
entfernt.
Fehlt als letzte Lötarbeit eigentlich nur noch das
Bühnengeländer, welches man sich aus dem beiliegenden 4 x 4 mm
Winkelprofil wie in der nachfolgenden Abbildung gezeigt
anfertigen kann und in die Taschen am Unterwagen eingesteckt wird
(in diesem Bereich ist das Winkelprofil dementsprechend zu
verjüngen). Insgesamt sollte es ca. 70 mm über den Rahmen
hinausragen, die Breite ergibt sich aus dem Abstand der Taschen
(ca. 62 mm).

Das Lötwerkzeug kann nun beiseite gelegt werden, jetzt folgen
noch die letzen Montagearbeiten.
Es wird noch der Puffer eingesetzt, über das Gewinde wird eine
Hülse (Ø 3 mm), sowie eine passende Feder (z. B. gekürzte
Feder aus einem Kugelschreiber) gesteckt. Dann wird es von hinten
mit einer Mutter M2 gegen den inneren Pufferhalter geschraubt, so
dass der Puffer in den Rahmen einfedern kann.
Die Anfertigung eines Kuppelbolzens oder die Anbringung einer
geeigneten Kupplung ist dem geneigten Bastler selbst überlassen,
da an dieser Stelle die in der Praxis anzutreffenden
Kuppelsysteme sehr individuell ausfallen.
Dem Bausatz liegen 2 Puffer (einer je Unterwagen) bei. Bei
Verwendung als 2-achs. Wagen sind ggf. zusätzlich benötigte
Puffer einzeln erhältlich.
Die Federpakete werden eingesteckt und mit Schrauben / Muttern
(außen) gegen Herausfallen gesichert. In diesem Zusammenhang
werden bei Bedarf die Tritte mit befestigt. Die Achslager werden
wahlweise mit Messingbuchsen oder Kugellager versehen und
zusammen mit den Achsen in die Achslagerbleche eingeschoben. Dann
werden die kleinen Fangbleche (12) unter den Radlagern
angeschraubt.
Eigentlich müssten noch 2 x 2 Kleinteile übrig geblieben sein,
nämlich die Teile 13 und 14.
Bei den beiden längeren Leisten (14) mit den 4 Löchern handelt
es sich um jene Haltebleche, mit welchen die Bühnenbretter
befestigt werden können. Entsprechend zugehörige Löcher
befinden sich oben in den Rahmenlängsträgern (1). Von oben
kleine Niete als Imitation hindurch gesteckt, werden so die
Bühnenbretter vorbildgerecht befestigt. Die beiden kurzen
Leisten (13) dienen als Haltebleche einer - zumindest beim WEM
Mannschaftswagen angebrachten - Gummiauflage, auf welcher dann
die Stützräder des Oberwagens abrollen. Ob diese aus Gründen
des "Fahrkomforts auch bei anderen dem
Personentransport dienenden Wagen angebracht wurden, entzieht
sich meiner Kenntnis, halte ich aber durchaus für sinnvoll. Um
diese zu befestigen müssen die äußeren Schrauben am
Querträger noch einmal gelöst werden. Als Auflage kann
entsprechend zurecht geschnittener alter Fahrradschlauch o.
ä. aufgelegt werden.
Siehe hierzu auch folgendes Foto (WEM Mannschaftswagen)

Wenn keine weiteren individuellen Ausstattungen (z. B. Bremsen)
mehr vorgenommen werden sollen, kann nun die Farbgebung erfolgen.
Der Bau des Unterwagens ist abgeschlossen.
Beispiele:

Ausführung mit Bremse (zur besseren Demonstration ohne
Räder/Achsen)

hier mal in der Variante als zukünftige Flachlore: Zweiter
Puffer montiert, kein Bühnengeländer, die Abrollbleche am
Rahmenlängsträger und die Brücke für die Aufnahme des
Drehzapfens wurden entfernt
© Bommelbahn 2005